Curevac-Aktie bleibt unter Druck

Der Tübinger Impfstoff-Spezialist Curevac wird seinen Corona-Impfstoffkandidaten der ersten Generation aus dem Zulassungsverfahren bei der EMA zurückziehen. Die Aktie fällt und erholt sich wieder, der Druck bleibt aber.

Sie wollten nun alle Ressourcen in der Entwicklung eines Covid-Impfstoffs der zweiten Generation bündeln. Er wird in Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline entwickelt. Mit einer Zulassung des ursprünglichen Vakzins sei frühestens im zweiten Quartal 2022 zu rechnen. Zu diesem Zeitpunkt soll aber das Impfstoff-Update schon im fortgeschrittenen Stadium sein, erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die klinische Entwicklung des neuen Impfstoffes soll in den nächsten Monaten beginnen. Eine Zulassung wird bis Ende 2022 angestrebt. Als unmittelbare Folge dieser Entscheidung endet der bestehende Vorvertrag (Advanced Purchase Agreement) mit der Europäischen Kommission, in dem CVnCoV für den akuten Pandemiebedarf vorgesehen war. Curevac prüft, inwieweit die in diesem Zusammenhang eingegangenen Verpflichtungen auch auf die Impfstoffkandidaten der zweiten Generation übertragen werden können.

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Die Tübinger hatten Ende Juni enttäuschende Studienergebnisse vorgelegt. Die Wirksamkeit seines Vakzins gegen eine Covid-Erkrankung lag bei nur 48 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte sich auch die Bundesregierung über die KfW mit 300 Mio. Euro an Curevac beteiligt. Ihr Anteil liegt bei 16 Prozent. Großaktionär ist mit rund 47 Prozent eine Holdingsgesellschaft von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp.

Im Gegensatz zu Biontech und Moderna hat sich Curevac bislang auf unmodifizierte mRNA-Konstrukte spezialisiert. Nun schwenkt das Unternehmen um und möchte künftig auch mit modifizierter mRNA arbeiten. Curevac will das Geschäft mit dem Corona-Impfstoff jedoch nicht aufgeben. CEO Franz-Werner Haas zeigt sich optimistisch, dass der nächste Curevac-Impfstoff noch eine wichtige Rolle spielen wird: „Mit dem Fokus auf den Impfstoff der zweiten Generation seien sie potenziell in der Lage, den veränderten Anforderungen besser zu begegnen. Die akute Pandemie entwickele sich langsam in eine Endemie. Dadurch veränderten sich auch die Bedürfnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit.“

Curevac-Aktie stabilisiert sich

Die Aktie von Curevac hat nach dieser Meldung zunächst deutlich verloren, sich aber anschließend etwas erholt. Ein großer Belastungsfaktor für den Titel ist der Durchbruch der Unterstützung bei knapp 50 Dollar. Auch der MACD (Momentum) ist noch nicht in einer stark überverkauften Situation, so dass der Abwärtsdruck bestehen bleibt. Die nächste Unterstützung befindet sich bei rund 37 Dollar.

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